Stürze im Alter: Einfache Tipps, wie Sie Ihr Sturzrisiko im Alltag reduzieren

 

In Deutschland stürzen jährlich ca. 5 Millionen Senioren.

Mit zunehmendem Alter werden Stürze bei Senioren immer häufiger und riskanter. Ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Sturzprävention im Alter stellt fest, dass etwa 28-35% der Personen über 65 mindestens einmal im Jahr stürzen. Die Gründe dafür sind vielfältig – von verringerter Muskelkraft, Sehschwäche, Schlafprobleme und Tagesmüdigkeit bis hin zu Inkontinenz und Schwindel. Hinzu kommen externe Faktoren: Eine schlechte Beleuchtung, Stolperfallen, eine neue Brille oder eine ungewohnte Umgebung können das Sturzrisiko um ein Vielfaches erhöhen.

Stürze sind auch die häufigste Ursache für Verletzungen bei Menschen über 65 Jahren. Sie können zu Hüftfrakturen, Knochenbrüchen und Kopfverletzungen führen. Bei betroffenen Senioren kann sich im Anschluss zudem ein Post-Fall-Syndrom einstellen. Diese Sturzangst bedeutet häufig mehr Abhängigkeit, den Verlust der Selbstständigkeit, Verwirrung und die Minderung der körperlichen Aktivität. Dies kann dazu führen, dass ältere Menschen ängstlich oder depressiv werden, was es erschwert, aktiv zu bleiben.

Sie haben einen Familienangehörigen im hohen Alter? Mit folgenden einfachen Schritten haben Sie die Möglichkeit ihm zu helfen, das Sturzrisiko zu verringern und so lange wie möglich gesund und unabhängig zu bleiben:

Ordnung schaffen, Unordnung vermeiden: Die einfachste Möglichkeit, Stürze zu vermeiden, ist, das Zuhause ordentlich und aufgeräumt zu halten. Halten Sie Durchgangswege frei und beseitigen Sie Stolperfallen, z. B. Kabel.

Treppen sicher und altersgerecht gestalten: Ob innerhalb oder außerhalb des Hauses, Treppen können ein großes Problem darstellen. Es ist sehr empfehlenswert, diese stets frei und aufgeräumt zu halten. Senioren können leicht über kleine Gegenstände oder heruntergefallene Kleidungsstücke stolpern, die aus Versehen auf der Treppe vergessen wurden. Außerdem sind die alternden Augen nicht immer so gut in der Lage, die Treppenstufen voneinander zu unterscheiden. Eine Hilfe für die Senioren wäre in dieser Situation, die Schwellen und Stufen im Haus besonders auffällig zu markieren. Sie könnten die Stufen beispielsweise mit verschiedenen Farben bemalen, um diese für Senioren leicht erkennbar zu machen. Alle Treppen sollten zudem auf beiden Seiten mit Handläufen ausgestattet sein, an denen man sich beim Hinauf- und Hinuntergehen festhalten kann.

Beleuchtung: Unzureichende Beleuchtung ist eine weitere große Gefahr. Um ein altersgerechtes Zuhause zu schaffen, sollten Sie bei Bedarf hellere Glühbirnen installieren, insbesondere in Treppenhäusern und engen Fluren.
Sorgen Sie für ausreichend Licht auch in der Nacht. Lampen mit Bewegungsmeldern in Fluren und Badezimmern sind dabei sehr hilfreich und werden Ihren Angehörigen im Alter somit eine bessere Orientierung bieten.

Sorgen Sie für genügend Platz: Schaffen Sie mehr Bewegungsspielraum, damit sich Ihr Angehöriger mit Rollator oder Rollstuhl leichter bewegen kann. Stellen Sie die Möbel um, um ein sicheres Wohnumfeld zu schaffen.

Vermeiden Sie nasse Böden: Badewannen und Duschen sowie Böden in Küchen, Bädern und Terrassen können bei Nässe extrem gefährlich werden. Um Stürze auf glatten Oberflächen zu vermeiden, ist es sehr empfehlenswert, rutschfeste Trittmatten oder Teppiche einzusetzen. Befestigen Sie Teppichkanten, Matten und Läufer am Boden.

Passende Schuhe tragen: Socken mögen bequemer sein, aber sie bergen ein Rutschrisiko. Als eine Alternative können Sie rutschfeste Socken mit Stoppern an den Fußsohlen kaufen, falls Schuhe Ihrem Angehörigen im Alter zu unbequem sind. Am besten sind jedoch gut sitzende und geschlossene Hausschuhe, die beim Gehen nicht rutschen. Auch weite oder lange Röcke sowie Jogginghosen können ein Sturzrisiko sein.

Bewegung fördern: Erinnern Sie Ihre Angehörigen im Alter immer wieder daran, wie wichtig Bewegung ist. Gehen Sie nach Möglichkeit regelmäßig mit Ihnen an der frischen Luft spazieren, machen Sie leichte Bewegungsübungen, um das Gleichgewicht, den Gang und die Muskelkraft zu trainieren.